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Anstiftung zur Selbstsorge

Sehr geehrte Festgemeinde,
Lieber Herr Hülper,
es ist gut, gute Nachbarn zu haben. Es ist besonders gut, wenn die auch noch eine besondere Beziehung zu Gott haben, denn - so Ihr Primizspruch - Gott ist gut.
Auch aus diesem Grund lassen wir Sie, lasse ich Sie sehr ungern ziehen. Und kompetente Manager sind heute allerorts notwendiger als jemals zuvor. Und wenn Sie dann auch noch Ihre Aufgabe in christlicher Verantwortung vollziehen, sind sie umso dringlicher.
Beides waren Sie für die Stadt und in der Stadt Coesfeld:
1.    Ein guter Nachbar.  Kirche und Rathaus liegen keine 20 Schritte auseinander, wobei die Kirche natürlich höher ist.
2.    Ein hervorragender Manager. Sie hatten vielfältige Verantwortung in der Führung von Kreis-Caritas, Christophorus Trägergesellschaft, verschiedenen Stiftungskuratorien und vieler weiterer Institutionen. (Landrat Konrad Püning hat gerade davon berichtet)
Was meine ich mit guter Nachbarschaft? Erinnern Sie sich an den St. Lamberti Gemeindetag vor drei Wochen?
Wir haben gerne die Rathaustüren geöffnet, um die Frohe Botschaft auf Transparenten bis hoch in das  Rechnungsprüfungsamt zu ziehen. Entsprechend offen waren Ihre Kirchentüren, Herr Hülper, wenn es um den Ausbau im Kindergartenbereich oder unseres  Krankenhauses ging. Und das trotz der Trennung von Staat und Kirche in Deutschland.

Unsere Gespräche waren geprägt von gegenseitigem Verständnis. Sie schätzen ein klares Wort zur rechten Zeit. Darauf konnten wir im Rathaus immer sehr gut bauen. Wir haben gemeinsam Lösungen gesucht und gefunden. Das war gelebte und hervorragende Nachbarschaft

Sie sind Realist. Will sagen: Sie haben einen Blick für das Notwendige und Machbare. In Verbindung mit Ihrer großen Sachkenntnis haben Sie sich den Ruf eines harten Verhandlungspartners in geschäftlichen Dingen erarbeitet.
Das untermauert die Bezeichnung ?hervorragender Manager?. Ich könnte Sie mir auch gut als Chef in meinem Gebäudemanagement vorstellen, Herr Hülper. (Obwohl ich aus finanziellen Gründen den seelsorgerlichen Teil nicht hätte bezahlen können.)
Ich weiß: Sie betrachten Seelsorge als Anstiftung zur Selbstsorge. Ihre häufig markanten, immer inhaltvollen Aussagen, Ihre lebensnahen Predigten schätzen die Menschen und werden auch mir fehlen.
Als Priester und als Verantwortlicher für viele weltliche Dinge ist es Ihnen gelungen, Jesus Christus und seine Botschaft in den Fokus Ihrer Predigten aber auch Ihres Handelns zu stellen.
So haben Sie andere ermutigt, bewusst als Christen zu leben; als Christen in einer immer stärker säkularen Gesellschaft.
Lieber Herr Hülper, im Namen der Stadt Coesfeld danke ich Ihnen für alles, was Sie für die positive Weiterentwicklung in unserer Stadt geleistet haben.
Danke auch für Ihr Da-Sein; danke für Ihr So-Sein hier in Coesfeld, Ihrer großen St. Lamberti-Gemeinde.
Auch im Namen aller Ratsmitglieder sowie im Namen meiner Beigeordneten, Herrn Backes und Herrn Dr. Robers, wünsche ich Ihnen Kraft, Zuversicht und Wohlergehen für das Amt des Ruhestandspriesters in Recklinghausen.

Schließen möchte ich mit einem Zitat, das mich an Ihren Primizspruch "Gott ist gut" erinnert hat:
"Der Herr ist gütig. In schwerer Zeit ist er eine feste Zuflucht, und er kennt alle, die ihm vertrauen." ( Nah. 1,7)
Sie, Herr Hülper, vertrauen ihm und so weiß ich Sie in guten Händen.
Gottes Segen auf Ihren neuen Wegen.

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